Wunder gibt es immer, kleine wie große. Wenn wir bereit sind, sie auch zu erkennen und ihnen einen Raum geben.
Eigentlich sollte dies ein Beitrag über die Zeitqualität von diesem Jahr werden. Der Beitrag war schon im „Roh-Format“ geschrieben – und dann wendete sich das Blatt. Es ist immer noch ein Beitrag über die Zeitqualität, jedoch mit einer anderen Ausrichtung, als ich anfangs „dachte“.
Wenn ich meine Beiträge schreibe, habe ich oft das Gefühl, geschrieben zu „werden“. Die Worte fließen aus mir heraus, flüssig und freudig. Oft wundere ich mich dann beim Durchlesen über das, was ich dort geschrieben habe. Habe ICH das geschrieben?
Dieses Mal, bei diesem Beitrag, war es anders. Ich war gerade dabei, etwas über das Jahr des Feuerpferdes zu schreiben, das im chinesischen Kosmos am 17. Februar beginnt. Doch was bedeutet das? Ich recherchierte, schrieb ein wenig zusammen. Das Schreiben fiel mir schwer, ständig feilte ich an den Worten und Sätzen. Sie wirkten irgendwie konstruiert und seelenlos. Ich bemerkte, dass ich aus dem Verstand heraus schrieb, nicht aus dem Herzen. Unzufriedenheit stieg in mir empor und ich merkte schnell, dass ich nicht einfach die Gedanken und Interpretationen von anderen Menschen übernehmen wollte. Einen kurzen Moment überlegte ich sogar, ob ich die KI dazu befragen sollte, damit ich aus meinem Gedankenschlamassel herausfinden konnte. Doch das tat ich nicht, das „nein“ meiner inneren Stimme war leise, aber deutlich.
Ich entschied mich dafür, in die Natur zu gehen, um meinen Kopf frei zu bekommen. Vielleicht sogar einem Pferd zu begegnen, um es zu FÜHLEN. Was willst du sagen, liebes Feuerpferd? Was will da in die Welt? So ging ich los, und ich möchte dich zu diesem Naturgang mitnehmen.
Mein Weg führt mich zu einer Wiese, die als Winterkoppel für Pferde dient. Schon von Weitem kommt eine junge Frau mit einem herzlichen Lächeln auf mich zu. Hinter ihr geht ein Pferd, welches sie an einem Zügel führt. Ich kenne die junge Frau nicht und lächle mit einem neugierigen Blick zurück. Sie sagt: „Ich weiß ja nicht, wie Sie zu Pferden stehen. Doch: können Sie mal kurz mein Pferd halten?“ Mein Lächeln wird breiter und ich sage: „Oh ja, so gerne möchte ich Ihr Pferd halten.“ Sie drückt mir den Zügel in die Hand und sagt, sie müsse ein anderes Pferd einfangen. Wenn dieses hier bocken sollte, solle ich den Zügel einfach fallen lassen. Dann geht sie weg.
Und da stehe ich, lächelnd, mit diesem wundervollen, großen und anmutigen schwarz-braunen Pferd. Über den Zügel sind wir auf eine wundersame Art und Weise verbunden. Wir schauen uns in die Augen und die Zeit steht still. Ich folge meinen Impulsen und berühre vorsichtig die weichen Nüstern und dann die starke Stirn. Neugierig erforscht mich nun auch das Pferd, schaut mich an und knappert ein wenig an mir herum. Unsere Blicke treffen sich und es fühlt sich an wie eine Ewigkeit. Es bedarf keine Worte, keine Taten, keine Gedanken. Wir stehen einfach nur da und sind „mit-einander“. Es gibt nur uns, diesen Moment.
Die junge Frau kommt zurück und bedankt sich mehrmals. Ich strahle und versichere ihr, dass es mir ein großes Vergnügen war. Glücklich und befreit gehe ich weiter meines Weges.
Was ist da passiert?
Das Lächeln hielt sich bei mir noch viele Stunden. Ich fühlte einen solchen Frieden und ein großes Glück. „Das Glück dieser Erde liegt auf dem Rücken der Pferde“ schrieb einmal der deutsche Dichter Karl Friedrich Moritz als Hommage an diese wunder-vollen Tiere! Ich saß zwar nicht auf dem Rücken des Pferdes, doch das Glück der Begegnung fühlte ich noch lange.
Welch eine Synchronizität, welch ein Wunder war da gerade geschen?
Hätte ich die KI befragt, was das Jahr des Feuerpferdes für uns Menschen bedeutet, so hätte ich bestimmt einen aussagekräftigen Text für meinen Beitrag erhalten, mit welchem ich mich eventuell sogar zufrieden gegeben hätte. Mein Rundbrief wäre bestimmt schon fertig und ich hätte eine andere Arbeit anfangen können. So etwas nennt man Effektivität und Zeitersparnis. Was jedoch NICHT hätte geschehen können, ist dieser Moment und die Heiligkeit in der Begegnung zwischen mir und dem Pferd. Die universelle Synchronizität, wo jede Absicht eine Antwort bekommt (die Frau, die losgezogen ist, um einem Pferd zu begegnen). Der Prozess von der Idee bis zu dem Geschriebenen, dazwischen die gefühlten Grenzen, das Losgehen und das Wunder … all das hätte nicht statt gefunden.
War dies ein Wunder? „Wunder sind außergewöhnliche Ereignisse, die als übernatürlich, unerklärlich oder göttlich wahrgenommen werden und oft Hoffnung, Staunen und Sinn stiften.“ So definiert es die KI einer Suchmaschine, die ich dann doch noch zur Definition von „Wunder“ befragt habe.
Die Begegnung mit dem Pferd war sicherlich kein großes, aber sehr wohl ein kleines Wunder. Eines dieser vielen Wunder, die wir nur wahrnehmen können, wenn wir uns dafür öffnen und sie erkennen.
Wann hast du dein letztes Wunder erlebt? Sind DEINE Tage voller kleiner Wunder? Nimmst du sie wahr, bist du bereit für diese Wunder? Oder vermeidest du sie?
Das PFERD steht in seiner archetypischen Bedeutung für die Themen Kraft, Fortschritt, Sensitivität und Intuition. Das Element FEUER steht ebenfalls für Kraft, aber auch für Inspiration und Transformation. Das ist für mich alles sehr stimmig, leben wir doch in einer Zeit des weltweiten Wandels. Es scheint so, als ob ein kraftvolles Jahr auf uns wartet, in welchem wir uns selbst und unserer Mitwelt bewusster, empathischer werden.
Das Feuerpferd scheint uns einzuladen, unsere Wirklichkeit kraftvoll und leidenschaftlich zu gestalten. Es kann dir den MOMENT zeigen, in welchem wahre und sinnstiftende Wunder geschehen, wenn du einfach mal inne hältst. Wenn dich das Feuerpferd küsst, erinnert es dich an deine Verbundenheit, deine Feinheit und deine Sensitivität. Die sanften Lippen des Pferdes, die so behutsam das Neue erspüren, es finden und gemeinsam mit dir FÜHLT. Mit-Einander!
Herzlichst,
Anja