Das Jahreskreisfest Lughnasadt (gesprochen „Lunasah“) hat einen alt-irischen, keltischen Ursprung. Im heißen Sommermonat August leitet es die Erntezeit ein und wird neuzeitlich auch Lammas (christliches Brotritual) oder Schnitterinnenfest (siehe dazu auch hier) genannt.
Anfang August beginnt bei uns die Kornernte, was bei den Landwirten mit viel Arbeitseinsatz und Feingefühl verbunden ist. Manchmal höre ich die großen Erntemaschinen bis tief in die Dunkelheit hinein, denn oft ist die Kornernte mit einem Wettlauf mit Regen- und Gewitterereignissen. In dieser Zeit, meist Anfang August, feiern viele Kreise das Jahreskreisfest Lughnasadh bzw. das Schnitterinnenfest.
Der Name „Lughnasadt“ stammt aus dem alt-irischen, das Fest zur Erntezeit hat eine wohl über 3.500 Jahre alte Tradition. In Irland gehörte das Fest zu den wichtigsten kulturellen Ereignissen und wurde bis in das 12. Jahrhundert hinein zu Ehren der irischen Göttin Tailtiu mit friedlichen Wettkampfspielen, Märkten und Versammlungen gefeiert. Ich habe gelesen, dass die Feste heute wieder als „Olympische Spiele Irlands“ aufleben. Mit diesem Fest wurde die alte irische Erd- und Muttergöttin Tailtiu geehrt, die Amme und Ziehmutter vom Lichtgott Lugh. Die Göttin Tailtiu ist die Beschützerin des Ackerbaus und der friedlichen Wettkampfspiele. Sie kultivierte das irische Land voller Hingabe und lehrte ihrem Volk die Bewirtschaftung. Dabei verausgabte sie sich so sehr, dass sie vor Erschöpfung starb. Zu ihrem Andenken errichtete Lugh einen gewaltigen Grabhügel und weihte ihr das Fest „Lughnasadh“. Tailtiu wird bis heute als das mütterliche Irland verehrt und verkörpert die Erd- und Naturkräfte.
Der Geist dieses Festes ist die Ernte und Sicherung der Ernährung, die Dankbarkeit dafür und das friedvolle Miteinander. Über mehrere Tage wurde dieses Fest im alten Irland gefeiert, wie oben beschrieben mit friedlichen Wettkämpfen. Auch Waffenstillstände und Friedensverträge wurden geschlossen. Der Geist dieses Festes war also das friedvolle Miteinander. Das berührt mich sehr.
In diesem Jahr gehe ich mit dem Thema „Frieden“. In einer Welt, in der es unzählige und unnötige Kriege gibt und einer deutschen Regierung, welche die Kriegswirtschaft wieder aufleben lässt und eskalierend mit anderen Ländern agiert, scheint es mir von großer Bedeutung, FÜR den Frieden zu stehen. Zudem ist mein Wunsch „für Frieden in mir, der Welt und unter dem Menschen“ als „13. Wunsch“ in den Rauhnächten übrig geblieben. Das heißt: ich muss mich selbst darum kümmern, dass er sich erfüllt!
So war der Geist in diesem Jahr beim Treffen der Frauen aus meinen Ritual & Pflanzenkraft-Ausbildungen das Thema „Frieden und friedvolles Miteinander“. Alle zwei Jahre sind alle Frauen, die an den Ausbildungszyklen teilgenommen haben oder aktuell teilnehmen, zu einem gemeinsamen großen Frauenkreis an einem Mondfest eingeladen. 14 wundervolle Frauen folgten der Einladung am 8. und 9. August zum Jahreskreisfest Lughnasadh. Wir haben gelacht, gelebt, uns genährt, waren kreativ, hatten Muße und lebten das friedvolle Miteinander mit uns, der Natur und der Erde. Unsere Herzen waren weit geöffnet und haben den Frieden, die Wertschätzung und die Liebe hinein gelassen.
Ich möchte mit dir die Impulse teilen, die uns durch das Wochenende getragen und so gut getan haben:
Fühlst du den Frieden in dir?
Lebst du ein „friedvolles Miteinander“?
Wir haben es an diesem Wochenende gelebt, das friedvolle Miteinander. Abseits des weltlichen Geschehens, tief mit der Natur, der Erde und untereinander verbunden.
Ihr wunderschönen Frauen, ich danke euch von Herzen für euer Mitwirken! Ohne dich wäre alles nichts.
Von Herzen,
Anja
Impressionen
Foto’s von Corinna Winderling.




